Der Frühling bei Bäumen und Sträuchern

Unsere Autorin Beate Stoff hat die Natur im Blick. Die Naturerlebnispädagogin berichtet für Eifel//Weit  über frühblühende Sträucher und Bäume und warum Allergiker bereits zu Beginn des Frühlings vorsichtig sein sollten.

Frühblühende Bäume und Sträucher

In diesem Jahr tut sich der Frühling ein bisschen schwer, aber wer genau hingesehen hat, konnte schon früh erste Hinweise entdecken, und jetzt, Ende März/Anfang April, stehen die meisten Pflanzen, Sträucher und Bäume „in den Startlöchern“.
Ähnlich wie bei den Pflanzen gibt es auch bei Bäumen und Sträuchern Frühblüher, die bei günstiger Witterung ab Februar/ März zu finden sind.

Hasel blühen früh

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Sehr früh im Frühling kann sich die Blüte bei der Gewöhnlichen Hasel (Corylus avellana) zeigen

Sehr früh im Frühling kann sich die Blüte bei der Gewöhnlichen Hasel (Corylus avellana) zeigen, sehr zum Leidwesen von Menschen, die allergisch auf Haselpollen reagieren! In milden Wintern können einzelne Haselsträucher in günstigen Lagen sogar schon im Dezember oder Januar blühen, die Vollblüte setzt meist ab Februar ein. Die blühenden Haselsträucher fallen durch die vielen hellgelben Blütenkätzchen leicht ins Auge. Später im Jahr schmecken die Haselnüsse nicht nur Menschen, sondern auch diversen Tierarten sehr gut. Mit einiger Übung lässt sich anhand der Fraßspuren an den Nussschalen sogar herausfinden, welches Tier „die Nuss geknackt“ hat!

Bote des Frühlings: Salweide blüht im März

Weidengewächse sind ausgesprochene Frühstarter Beate Stoff

Auch bei den Weidengewächsen gibt es ausgesprochene Frühstarter, z.B. die Salweide (Salix caprea). Sie blüht recht früh mit Beginn des Frühlings, ab März und stellt eine sehr wichtige Nahrungsquelle für Hummeln und Bienen dar. Die dekorativen silbrigen Weidenkätzchen sind oft schon im Februar zu sehen, blühende Salweiden fallen ähnlich wie blühende Haselsträucher schon von weitem durch ihre gelbe Farbe auf. Salweiden sind übrigens zweihäusig, d.h. es gibt weibliche und männliche Pflanzen – im Unterschied zur Hasel, diese ist einhäusig. Junge Weidenblättchen sind roh essbar, allerdings enthalten viele Weidenarten in Rinde und Blättern Salicylsäure. Diese ist der Grundstoff für ein bekanntes Schmerzmittel und kann bei empfindlichen Menschen Magenschmerzen auslösen. Außerdem käme ja wohl auch niemand auf die Idee, grundlos Schmerzmittel zu nehmen!

Schwarzdorn oder Schlehe

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Ende März/ Anfang April beginnt die Blütezeit beim Schwarzdorn

Ende März/ Anfang April beginnt die Blütezeit beim Schwarzdorn (Prunus spinosa), besser bekannt als Gewöhnliche Schlehe. Schwarzdorn wächst oft in dichten Hecken an Waldrändern und bildet dort mit der Zeit nahezu undurchdringliche Gestrüppe – ein sicherer Unterschlupf für diverse Vogelarten und Kleinsäuger, sehr beliebt allerdings auch bei Wildschweinen…! Wer im Herbst reife Schlehen ernten möchte (nach dem ersten Frost, alternativ nach der Ernte kurz in der Tiefkühltruhe lagern), kann sich schon im Frühjahr auf die Suche nach den besten Standorten machen. Die Schwarzdornhecken sind jetzt mit unzähligen weißen und süßlich duftenden Blüten besetzt und fallen schon von weitem ins Auge.

Beate Stoff/ silva mirabilis – Natur bewegt erleben
Die nächsten Gelegenheiten, mit unserer Autorin auf Naturentdeckung zu gehen:
10. April 2016: „So schmeckt der Frühling!“ – Kräuterwanderung im Osburger Wald mit kleinen Leckereien aus der “Wilden Küche” (in Kooperation mit dem Naturpark Saar-Hunsrück)
16. April 2016: Kräuterwanderung im Bitburger Land (in Kooperation mit der Gleichstellungsbeauftragten des Eifelkreises Bitburg-Prüm und dem Landfrauenverband Bitburg)
17. April 2016: „Aus Wiese und Wald frisch auf den Tisch“ – Jahreszeitliche Kräuterwanderung mit anschließender Verköstigung (in Kooperation mit den NaturFreunden Trier-Quint e.V.)
23. April 2016: „Aus Wiese und Wald frisch auf den Tisch“ – Jahreszeitliche Kräuterwanderung mit anschließender Verköstigung (in Kooperation mit dem Landfrauenverband Bernkastel-Wittlich)
Weitere Informationen unter www.silva-mirabilis.de.

Fotos: Beate Stoff

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Der Frühling bei Bäumen und Sträuchern

von Eifel // Weit Lesezeit: 3 min
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