Höfken fördert ökologische Landwirtschaft

Die rheinland-pfälzische Umweltministerin Ulrike Höfken spricht von einem Wachstumsmarkt für Öko-Lebensmittel. Deshalb will das Umweltministerim Landwirte animieren, auf ökologischen Landbau zu setzen. Mehr Fördermittel, bessere Vermarktungsstrukturen und Beratung und Forschern sollen Bauern bei der Umstellung helfen.

Der Markt für Lebensmittel aus biologischem Anbau wächst. Deshalb sieht die rheinland-pfälzische Landwirtschaftsministerin Ulrike Höfken gute Chancen für die ökologische Landwirtschaft im Land. Allein im vergangenen Jahr hätten weitere 200 Landwirte Fördermittel beantragt, um auf ökologische Produktion umzustellen. Im Vergleich zum Jahr 2010 sei die Ökofläche dann um rund 60 Prozent gewachsen.

Für Ulrike Höfken ist der Fall klar. Verbraucher wollen Lebensmittel aus der Region, deshalb sei die Chance groß, weitere Landwirte für ökologischen Landbau zu gewinnen. Derzeit liegt der Anteil bei 8,5 Prozent an der gesamten landwirtschaftlichen Fläche in Rheinland-Pfalz. „Wir wollen die Ziele der Bundesregierung umsetzen und in Rheinland-Pfalz den Anteil der Ökofläche auf 20 Prozent steigern“, sagte die Ministerin und kündigte Unterstützung für die Landwirte an.

Ökologische Landwirtschaft

Pressekonferenz mit Landwirtschaftsministerin Ulrike Höfken; © MULEWF

Verbraucher wollten Lebensmittel aus der Region, die umweltfreundlich und tiergerecht produziert werden. Gleichzeitig würden viele konventionelle Betriebe, insbesondere Milcherzeuger, massiv unter der aktuellen Preiskrise leiden. Da die Nachfrage nach Ökoprodukten groß sei und Preise für Erzeuger stabiler und fairer seien, werde die Umstellung auf ökologische Wirtschaftsweise zunehmend attraktiver. Die grüne Umweltministerin will Bauern schmackhaft machen, sich auf umweltgerechte Produktion umzustellen. Dies ist für die Grünen ein sehr wichtiges Thema. Fraglich, ob notleidende Landwirte davon profitieren können. Wenn ein Betrieb in Schieflage geraten ist, hat dies verschiedene Gründe, nicht immer ist der Markt daran schuld, häufig liegen Probleme auch in einzelnen unternehmerischen Entscheidungen.
Unterstützt wird Höfken beim Ausbau der ökologischen Landwirtschaft von Felix Prinz zu Löwenstein, dem Vorsitzenden des Bundes ökologische Lebensmittelwirtschaft, Arla-Aufsichtsrat Hans-Wilhelm Thelen, Sabine Berger, Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Ökologischer Landbau Rheinland-Pfalz/Saarland sowie von Eugen Heim, Vorstandsmitglied der Wasgau AG. „Arla, als große europäische Genossenschaftsmolkerei mit einem hohen Anteil an Bio-Milch sieht ein stetiges Wachstum des Bio-Milchmarktes“, sagte Hans Wilhelm Thelen. Der Arla-Aufsichtsrat sprach vom hohen Stellenwert, den Bio-Milch bei Arla habe. Bio-Mich ist für die Großmolkerei mit Standort in Pronsfeld ein wichtiger Beitrag für eine nachhaltige Milchwirtschaft. „Wir haben uns im vergangenen Jahr dazu entschlossen, Betriebe durch gezielte Beratungsleistungen zu begleiten und auch finanziell zu unterstützen.“

Für Höfken hat die ökologische Landwirtschaft einige positiveUmwelteffekte: Sie trage zum Schutz der Böden, des Grundwassers, der Artenvielfalt und des Klimas bei. Zum Beispiel schone der Verzicht auf chemische-synthetische Pflanzenschutzmittel und mineralische Dünger das Grundwasser, Flüsse und Bäche. Die ökologische Bewirtschaftung stabilisiere die Böden und führe zu Humusbildung, so dass mehr CO2 gespeichert werden kann. „Die konventionellen Betriebe können von den innovativen Ansätzen einer umweltgerechten und nachhaltigen Bewirtschaftung profitieren“, sagte Höfken und nannte als Beispiel den Pheromoneinsatz im Weinbau. Dass Biolebensmittel weniger Schwermetalle und Pestizide enthalten, gehe aus einer jüngst in Mainz vorgestellten Studie der Universität Newcastle hervor.
„Wasgau berücksichtigt, dass sich beim Konsumenten die Definition von Qualität weiterentwickelt hat. Derzeit haben Aspekte wie Umweltverträglichkeit, Nachhaltigkeit und Tierwohl einen hohen Stellenwert“, sagte Eugen Heim, Vorstand Wasgau AG. Der Kunde möchte heute ein qualitativ hochwertiges Produkt mit ‚gutem Gewissen‘ kaufen.
„Um das von der Bundesregierung gesetzte 20-Prozent-Ziel zu erreichen, brauchen wir die Unterstützung des Bundes“, sagte Höfken und schloss sich der Forderung des Deutschen Bauernverbands an, das Bundesprogramm Ökologische Landwirtschaft von 17 Millionen auf 60 Millionen Euro aufzustocken.

Die Strategie der Landesregierung zum Ausbau der ökologischen Landwirtschaft in Rheinland-Pfalz beruhe auf vier Säulen:

1. Mehr Fördermittel: Die Prämien für Einführung und Beibehaltung der ökologischen Wirtschaftsweise wurden seit 2010 um 25 bis 46 Prozent erhöht. Zum Beispiel wurde die Prämie für die Umstellung von Acker- oder Grünland von 240 auf 300 Euro pro Hektar aufgestockt. Mit den neuen Fördersätzen liegt Rheinland-Pfalz im Bundesvergleich im Mittelfeld.

2. Bessere Verarbeitungs- und Vermarktungsstrukturen: Damit Biobauern ihre Lebensmittel besser absetzen können, fördert das Land Erzeugerzusammenschlüsse zum Beispiel für Bio-Rindfleisch. Geplant ist ein Wettbewerb für Öko-Modellregionen.

3. Beratung, Forschung und Ausbildung stärken: Am DLR in Bad Kreuznach wurde das Kompetenzzentrum ökologischer Landbau gegründet, das dort angesiedelte Beraterteam wird in diesem Jahr von 10 auf 12 Stellen verstärkt. Geplant sind Projekte zu mobilen Ställen in der Geflügelhaltung und zur Förderung des Anbaus von Hülsenfrüchten. Die Staatsweingüter in Bad Kreuznach und Avelsbach wurden auf ökologische Produktion umgestellt. Die Ausbildung im Bereich der ökologischen Landwirtschaft wurde deutlich verbessert.

4. Bessere Verbraucherinformation: Mit der Ernährungs-Initiative „Rheinland-Pfalz isst besser“ erhöht die Landesregierung die Wertschätzung für gute Lebensmittel, die regional, umwelt- und tiergerecht produziert werden. Im Schulobst- und –gemüseprogramm stammen die gelieferten Früchte überwiegend aus regionaler und zu rund 20 Prozent aus ökologischer Erzeugung. Zudem unterstützen wir Aktivitäten für mehr Ökoprodukte in Großküchen und Kantinen.

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Höfken fördert ökologische Landwirtschaft

von Eifel // Weit Lesezeit: 3 min
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