Schutz vor Hochwasser

Umweltministerin Ulrike Höfken will den Kommunen in Rheinland-Pfalz  bei Hochwasservorsorge unterstützen. Starkregen und Überschwemmungen der vergangenen Wochen hätten in verschiedenen Regionen große Schäden angerichtet. Aufgrund des Klimawandels müsse man solche Extremwetterereignisse in die Hochwasserschutzpolitik einbeziehen – auch in Gebieten, die bisher nicht von Hochwasser betroffen waren, sagte Höfken und begründete damit das Hilfsangebot des Landes.

Mehr Geld nach Hochwasser

Man könne Hochwasser nicht verhindern, aber man könne sich auf solche Ereignisse vorbereiten und damit Schäden erheblich mindern, sagte Umweltministerin Ulrike Höfken am Dienstagabend bei einem Runden Tisch im Mainzer Umweltministerium. Rund 100 Landräte, Bürgermeister und andere Kommunalvertreter aus Rheinland-Pfalz hatten daran teilgenommen. Höfken kündigte an, dass das Umweltministerium eine Million Euro zusätzlich zu den Geldern für Schadensbeseitigung und Vorsorge bereitstellen werde.

Mehr als eine Milliarde in den Schutz vor Hochwasser investiert

Die Ministerin sagte, dass das Land in den zurückliegenden 25 Jahren rund eine Milliarde Euro in den Hochwasserschutz investiert habe. Allein in diesem Jahr seien 40 Millionen Euro für die Sanierung von Dämmen und den Bau technischer Hochwasserschutzanlagen eingeplant. Weitere 20 Millionen Euro würden in die Renaturierung von Gewässern im Rahmen der „Aktion Blau Plus“ fließen. Höfken forderte erneut zu Projekten auf, um Bäche und Flüsse zu renaturieren. Im Mainz sagte sie, dass „Flüssen und Bächen wieder mehr Raum brauchen und damit den Wasserrückhalt in der Fläche vergrößert“ werde.

Der Klimawandel mache Hochwasserschutz und -vorsorge auch an kleinen Gewässern wichtiger als je zuvor, sagte die Ministerin. Höfken ist sich sicher, dass mit Technik alleine Hochwasser nicht immer aufzuhalten sei. „Wir müssen ein Risikobewusstsein schaffen und Vorsorge treffen.“ Aus diesem Grund unterstütze das Land die 25 kommunalen Hochwasserpartnerschaften an allen großen Flüssen in Rheinland-Pfalz. An diesen runden Tischen werden die Städte und Gemeinden zum Beispiel über Hochwassergefahrenkarten informiert und tauschen Erfahrungen aus, etwa zu Alarm- und Einsatzplänen.

Das Land fördert kommunale Hochwasserschutzkonzepte mit bis zu 90 Prozent. Dabei werden in einer Gemeinde gemeinsam mit den Bürgern technische Hochwasserschutzmaßnahmen entwickelt. Weitere Themen der Partnerschaften seien unter anderem die Organisation von Nachbarschaftshilfe oder die Information über Elementarschadensversicherungen.

Schutz vor Hochwasser eine Gemeinschaftsaufgabe

„Hochwasserschutz ist eine Gemeinschaftsaufgabe der Betroffenen, der Kommunen, des Landes und des Bundes“, erklärte Höfken. Bei der Umweltministerkonferenz diese Woche in Berlin werde sich Rheinland-Pfalz zusammen mit anderen Ländern für eine bessere Vorsorge für Starkregenereignisse auf Bundesebene stark machen. Man setze sich für eine Pflichtversicherung gegen Elementarschäden sowie für mehr Bundesmittel zur Hochwasservorsorge ein, kündigte Höfken an.

In Rheinland-Pfalz habe die Landesregierung gemeinsam mit der Versicherungswirtschaft und der Verbraucherzentrale eine Kampagne zur Elementarschadensversicherung gestartet. 75 Prozent der Hausbesitzer im Land hätten ihr Gebäude noch nicht gegen Naturgefahren wie Hochwasser, Sturm oder Erdrutsch versichert. Nach Angaben des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft seien nahezu alle Gebäude in Rheinland-Pfalz versicherbar. Die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz bietet dazu eine kostenlose telefonische Beratung an.

Die aktuellen Schäden würden zeigen, wie wichtig es sei, von den umwelt- und klimaschädlichen Energieträgern wegzukommen, sagte Höfken und bekräftigte, dass die Landesregierung die Energiewende im Land weiter vorantreiben werde.

Mehr Information zum Thema Starkregen im Internet auf der Seite des Ministeriums

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Titelfoto: © Rainer Sturm pixelio.de

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Schutz vor Hochwasser

von Eifel // Weit Lesezeit: 2 min
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