TBB: Ein Fall für zwei

Ein neuer Trainer und ein altbekanntes Problem begleiteten Bayreuth zum Auftakt des 16. Spieltags der Basketballbundesliga. Die Wagner-Städter gastierten in Trier und fuhren ohne Zählbares zurück. Entscheidenden Anteil, dass die TBB als Sieger das Parkett verließ, hatten die beiden kanadischen Korbjäger Jermaine Bucknor und Jermaine Anderson.

Trier. Die Zwei spielte am Freitagabend eine besondere Rolle. Die Trierer Basketballer haben dank zweier Kanadier und zwei tiefen Schlafphasen der Gäste zu Beginn einer jeden

Viele vergebene Chancen: trotz guter Möglichkeiten machte es die TBB lange spannend gegen Bayreuth, den Vorletzten der BBL. Fotos: Eife//Weit.de

Viele vergebene Chancen: trotz guter Möglichkeiten machte es die TBB lange spannend gegen Bayreuth, den Vorletzten der BBL. Fotos: Eife//Weit.de

Halbzeit gegen den Double-Sieger von 1989 gewonnen. Am Ende der Auftaktpartie zum 16. Spieltag der BBL gewannen die Gastgeber der TBB mit 79:71 gegen den Tabellenvorletzten der Basketball-Bundesliga aus Bayreuth.
Zum Auftakt in der  Trierer Arena musste der neue Gäste-Coach Michael Koch gleich zusehen, wie Triers Center Andi Seiferth dort weitermachte, wo er gegen Bonn aufgehört hatte: der zweitbeste deutsche Scorer der Liga lieferte zur schnellen 7:0 Führung der Moselkorbjäger fünf Punkte und dies in einer Geschwindigkeit, die nicht nur seinen Gegenspieler Brian Qvale  zum Staunen brachte, sondern jeden Kurierfahrer die Gesichtsfarbe hätte wechseln lassen vor Charme.
Doch auch der 2,09 Meter-Mann der Trierer konnte nicht verhindern, dass Bayreuth Mitte des ersten Viertels besser ins Spiel kam und dank cleverer Pass-Stafetten den Anschluss herstellte. Mit der Schlusssirene war es Jermaine Anderson, der mit einem Buzzer-Beater zur Freude der meisten der 4800 Zuschauer die zwischenzeitliche Führung der Gäste egalisierte (19:19).
Zweites Viertel – gleiches Bild: Nach der starken Anfangsphase hatte die TBB zunehmend Probleme in der Offensive, nicht, dass es an Chancen gemangelt hätte, doch selbst vermeintlich einfache Würfe wollten einfach nicht durch den Korb fallen. „Wir hatten zu viele Fehler und Unachtsamkeiten, wir haben heute ungewöhnlich schlecht geworfen, auch freie Würfe nicht getroffen“, sagte ein selbstkritischer TBB-Cheftrainer Henrik Rödl in der Pressekonferenz. Vor allem die Freiwürfe wollten im zweiten Würfel nicht fallen. Quasi jeder zweite Wurf war da nur ein Treffer. Dank der guten Defensive konnten aber auch die Gäste kein Kapital aus der schlechten Wurfquote der TBB schlagen. In die viertelstündige Pause verabschiedete sich das Rödl-Team mit einem hauchdünnen Vorsprung von nur einem Punkt (37:36).
Nach der Pause hatte Michael Koch ein Deja Vu. Die TBB legte einen 14:5-Lauf aus der Kabine hin, Koch musste reagieren und zog beim Stand von 50:41 die Notbremse, signalisierte Auszeit. Doch auch diese Unterbrechung konnte den Verlauf der Geschichte nicht mehr stoppen. Das Team um Kapitän Seiferth konnte sich absetzen und ging mit einem Vorsprung von 12 Punkten in das abschließende Viertel (64:52).
„Ich sehe zwei Knackpunkte: zum einen in der ersten Halbzeit, als Trier mit einem Unsportlichen Foul wieder ins Spiel kam und uns den kleinen Vorsprung wieder abgenommen hat. Zum anderen das dritte Viertel, als wir nicht clever genug aus der Kabine kamen und den Trierern zuviel erlaubt haben ohne zu foulen“, sagte Bayreuths Trainer nach der Partie in die Mikrofone der Journalisten. Sein Gegenüber, Henrik Rödl, kommentierte den weiteren Spielverlauf so: „Es ist uns dann aber nicht gelungen, das Spiel außer Reichweite von Bayreuth zu bekommen.“ Am Ende sah der TBB-Coach trotz vieler Fehler in den eigenen Reihen einen verdienten Sieg seines Teams. „Ich denke, dass der Sieg aber trotzdem in Ordnung geht und für uns sehr wichtig ist“, sagte Rödl und verdingte sich als Prophet: „Es ist gut, dass wir jetzt gegen sie gespielt und gewonnen haben, denn die Mannschaft wird sich unter Mike Koch in der Rückrunde immens steigern.“
Immer besser in Tritt kommen aber auch die Moselstädter. Gegen Bayreuth trafen gleich fünf der neun aufgestellten Spieler  zweistellig. Ein deutlicher Hinweis darauf, dass sich die Mannschaft immer besser versteht. Es war schließlich der zweite Sieg in Folge.

TBB: Anderson (14 Punkte/0 Dreier/1Rebound), Mönninghoff (13/2/1), Bucknor (13/0/5), Seiferth (12/0/5), Hughes (11/0/4), Chikoko (8/0/4), Samenas (6/1/4), Schmidt (2/0/2), Ward (0/0/1), Petric (n.e.),

Viertelstände: 19:19, 37:36, 64:52

Zuschauer: 4864

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TBB: Ein Fall für zwei

von Jörg Rossler Lesezeit: 3 min
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